Sonntag, 27. Oktober 2013

Chemie im Haushalt - muss sie sein? (Teil 2 - Putz- und Reinigungsmittel)

Im letzten Blog-Beitrag habe ich dir ein paar Beispiele zum Thema "Chemie im Haushalt" versprochen. Et voila:

Reinigungsmittel
enthalten oft Lösungsmittel, die bei Gebrauch in die Luft verdampfen und im Sommer zur Ozonbildung beitragen. Der grosse Teil der Substanzen gelangt jedoch ins Abwasser. Neben Säuren und Laugen aus WC- und Sanitärreinigern, gelangen über die Spülung auch chlorierte Kohlenwasserstoffe in den Wasserkreislauf. Diese befinden sich als Zusätze in WC-Steinen oder Spühlkastenwürfeln. Diese chlorierten Kohlenwasserstoffe sind aufgrund ihrer weiten Verbreitung und hohen Stabilität (schwer abbaubar) bereits weltweit in Wasser, Luft und Nahrung zu finden. Sie reichern sich im menschlichen und tierischen Organismus an und bewirken chronische Schäden.

Geschirrspühlmittel und Tabs
Während Phosphate in Waschmitteln verboten sind, besteht bisher kein Verbot für Geschirrspühlmittel und Tabs. Phosphate fördern die Algenbildung in Gewässern. Dies führt zu einem erhöhten Sauerstoffverbrauch, was das Wasserleben der Seen und Flüsse massiv belastet. Bedenkt man, wie viele Haushalte den Abwasch mit solchen Mitteln erledigen, müssen die Auswirkungen verheerend sein!

Waschmittel
Bei den Waschmitteln sind nicht alle gebräuchlichen Tenside (=waschaktive Substanzen) problemlos abbaubar. Das preisgünstigste und deshalb am weitesten verbreitete anionische Tensid LAS (Lineares Alkylbenzol-Sulfonat) ist schwer vollständig abbaubar, reichert sich im Klärschlamm an und kontaminiert somit Wasser und Böden.

Die günstigen (und deshalb am meisten verwendeten) Farb- und Duftstoffe werden aus Erdöl (synthetisch) hergestellt und überreizen das menschliche Nerven- und Sinnessystem.

Fast 100 % der Enzyme in Waschmitteln sind gentechnisch verändert! Nimm dir mal die Zeit, die Inhaltsdeklaration von einem "ökologischen" Waschmittel eines Grossverteilers zu studieren. Dort wirst du mit 99 %-iger Sicherheit gentechnisch hergestellte Enzyme finden. Bei einem solchen Verfahren wird das Enzym mit den gewünschten Eigenschaften (z.B. Anlage für technisch brauchbares Fett- und Eiweiss-spaltendes Enzym) in eine schnell wachsende Pilz-Biomasse eingepflanzt. Ist die gewünschte Grösse erreicht, wird das Enzym isoliert und aufbereitet. Zur Abtötung der Mikroorganismen wird die ausgediente Biomasse (zigtausend Tonnen im Jahr) erhitzt, um diese dann als Düngungsmittel auf die Felder auszubringen. Eine 100 %-ige Abtötung kann aber nicht gelingen, weshalb die veränderten Erbanlagen auf natürliche, in Boden, Pflanzen, Tier und Mensch vorkommende Mikroorganismen übertragen werden, oder über die Nahrungskette wieder zum Menschen zurückkehren können. Niemand weiss, wie sich dies auf den menschlichen oder tierischen Organismus oder auf die Pflanzenwelt auswirkt.

Eine umweltschonende, wie auch hautschonende Alternative wäre ein Waschmittel im Baukastensystem. Dieses setzt sich aus drei Grundkomponenten zusammen:

- waschaktive Stoffe (Tenside aus pflanzlichen Rohstoffen)
- Enthärter (ohne Phosphate, Phosphonate oder Polycarboxylate)
- Bleichmittel (abbaubar)

Die Dosierung erfolgt nach dem Verschmutzungsgrad der Wäsche und der Wasserhärte. Bei herkömmlichen Waschmitteln gehen die nicht benötigten Bestandteile ungenutzt ins Abwasser, da die obigen drei Grundbausteine mit weiteren Inhaltsstoffen (synth. Duft- und Farbstoffe, Enzyme...) in einem Produkt zusammengemischt sind.

Ich finde, der Aufwand, beim Einkauf die Augen offen zu halten, hält sich in Grenzen. Und hat man einmal "sein" Produkt gefunden, ist es gar kein Aufwand mehr, unserer Umwelt (und schlussendlich auch uns) Gutes zu tun.

Und noch ein Gedanke: Brauchen wir eigentlich alle diese Mittel, die uns die Werbung anpreist? Wir haben doch Bürsten, Lappen und unsere Muskelkraft. Schau' das Putzen doch als Gratis-Fitness-Stunde an. - Gut für Gewissen und Body ;-).

Im Teil drei nehmen wir kosmetische Produkte unter die Lupe.

Herzlich grüsst dich
deine Hedy








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